Erkältung

Husten, Halsschmerzen, Schnupfen und Heiserkeit: Diese Symptome sind typisch für eine Entzündung der oberen Atemwege. Die Beschwerden können in unterschiedlicher Intensität auftreten und in unterschiedlicher Kombination. Im statistischen Mittel sind Erwachsene durchschnittlich zwei bis viermal im Jahr von einer Erkältung betroffen; Kinder sogar häufiger.

Grippale Infekte werden meistens durch Viren verursacht, die durch eine Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen werden. Die Erreger werden durch Husten und Niesen übertragen oder bei der Schmierinfektion über die Hände. Dabei kann man den Erkältungsviren kaum entgehen, da sie sich überall in unserer Umwelt befinden. Insbesondere bei nassem Wetter, kalten Temperaturen, Stress oder Schlafmangel haben die Viren leichtes Spiel, da diese Faktoren das Immunsystem schwächen, so dass es nicht ausreichend reagieren kann. Hat es uns erst einmal erwischt, dann kommt als zusätzliche Komplikation sehr oft noch eine Infektion mit Bakterien hinzu.

Ein schlagkräftiges Immunsystem ist die beste Prävention

Je stärker unsere Abwehrkräfte sind, um so besser können wir grippalen Infekten vorbeugen und um so schneller werden wir auch mit ihnen fertig. Und dafür kann man schon mit einfachen natürlichen Mitteln eine ganze Menge tun.

Ausreichende Bewegung an der frischen Luft trainiert die Abwehrkräfte

Tägliche Spaziergänge, regelmäßiges Wandern, Walken oder Joggen bringen den Kreislauf in Schwung und alles was die Durchblutung fördert, tut unserem Körper gut und stärkt zudem die Abwehr. Aber auch zum Beispiel Wechselduschen, Wechselbäder oder regelmäßige Saunagänge sind bewährte natürliche Mittel, um das Immunsystem zu trainieren.

Eine ausgewogene, vitalstoffreiche Kost mit viel Obst und Gemüse ist genau das richtige für die Herbst- und Winterzeit, die Hochsaison für Erkältungen.

Vitamin C und D sind wichtige Bausteine für ein intaktes Immunsystem. Auch Zink gehört zu den wichtigen Mineralstoffen in dieser Jahreszeit. Viele Obstsorten haben Vitamin C zu bieten wie zum Beispiel Zitrusfrüchte oder manche Apfelsorten wie unter anderem der Berlepsch. Auch Gemüse ist Lieferant dieses Vitamins, insbesondere in Kohl oder Paprika ist es reichlich enthalten. Auch Pilze sind besonders wertvoll, da sie im Vergleich zu anderen pflanzlichen Lebensmitteln neben vielen Vitalstoffen auch überdurchschnittlich viel Vitamin D zu bieten haben.

Ausreichendes Händewaschen

Neben der Tröpfcheninfektion durch Husten oder Niesen, ist die Schmierinfektion der zweite Übertragungsweg. Dabei gelangen die Erreger meist über die Hände in den Körper, denn ob auf Telefonhörern, Türgriffen, Treppengeländern oder Haltegriffen in der U-Bahn, sie lauern praktisch überall. Wie wichtig häufiges Händewachsen zur Prophylaxe von Erkältungskrankheit und Grippe ist, das ist daher fast schon eine Binsenweisheit.

Chronische Atemwegserkrankungen nehmen zu

Neben den akuten Infekten der Atemwege gibt es immer mehr Sorge um die chronischen Verläufe. Nicht umsonst wurde das Jahr 2010 vom Forum internationaler Lungengesellschaften (Forum of International Respiratory Society - FIRS) zum "Jahr der Lunge" ausgerufen. Sicherlich zum einen, weil infektiöse Atemwegserkrankungen wie die Tuberkulose weltweit gerade unter Kindern noch immer zu vielen Todesfällen führen. Zum anderen ist aber die weltweite Zunahme der chronischen Atemwegserkrankungen besorgniserregend. Aktuell machen sie der "Year of the Lung Declaration 2010" zufolge weltweit sieben Prozent aller Todesfälle aus und insgesamt beträgt ihr Anteil an der globalen Krankheitslast vier Prozent.

Chronische Bronchitis zählt zu den häufigsten Erkrankungen

Bei den Bronchien kann es bei einer andauernden Belastung durch Rauchen, Luftverschmutzung, ständige Schadstoffbelastung oder immer wiederkehrende Atemwegsinfekte zu chronischen Verläufen kommen. Die Schleimhäute befinden sich in einer dauerhaften Abwehrlage und produzieren Sekret. Dieses kann zäh sein und führt zu chronischem Husten, der oft mit Auswurf kombiniert ist.

Der WHO zufolge spricht man von einer chronischen Bronchitis, wenn in zwei aufeinanderfolgenden Jahren über mindestens drei Monate an den meisten Tagen Husten und Auswurf besteht. Die chronische Bronchitis gehört mit einer Prävalenz von 10 bis 15 Prozent zu den häufigsten Erkrankungen in der Bevölkerung. Die Gefahr der ständigen Entzündung der Bronchien besteht insbesondere auch darin, dass sie ein erheblicher Risikofaktor für die Entwicklung einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) ist. Symptome sind Husten, Auswurf und Atemnot, die Ausatmung ist dabei behindert. Weiterhin sind die T-Lymphozyten, die Makrophagen sowie die neutrophilen Granulozyten vermehrt. Folgen einer langjährigen COPD können ein Lungenemphysem, Cor pulmonale oder eine respiratorische Insuffizienz sein.

In der Erfahrungsheilkunde haben sich medizinische Pilze sowohl in der Prävention wie in der Therapie von Atemwegserkrankungen gut bewährt

Bei chronisch rezidivierenden Atemwegserkrankungen können Heilpilze eine wertvolle Unterstützung bieten. Insbesondere der Cordyceps und der Reishi sind dabei besonders hervorzuheben.

Der Cordyceps hat gemäß der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) einen großen Organbezug zur Niere sowie zur Lunge und wirkt sowohl stärkend auf die Nieren wie die Nierenenergie. Der TCM zufolge besteht zwischen einer geschwächten Nierenenergie und chronisch rezidivieren Atemwegsinfektionen ein expliziter Zusammenhang: Eine schwache Nierenenergie wird in Verbindung gebracht mit kalten Händen und Füßen. Der gesamte Organismus leidet unter dieser Kälte. Dadurch ist er unter anderem auch für grippale Infekte und Atemwegserkrankungen empfänglicher.

Weiterhin haben Untersuchungen gezeigt, dass das im Cordyceps enthaltene Cordycepin wie ein natürliches Antibiotikum wirkt. So wurde festgestellt, dass Cordycepin das Wachstum von Bakterien wie Clostridium paraputrificum und Clostridium perfringens hemmt. Auch gibt es Untersuchungen, die darauf hinweisen, dass die Inhaltsstoffe des Cordyceps die Makrophagen und das intestinale Immunsystem (die Peyer´schen Plaques) aktivieren. Durch den Organbezug zur Lunge, wird der Cordyceps in der TCM bei allen Atemwegserkrankungen eingesetzt. Sei es bei immer wiederkehrenden Erkältungen, Bronchitis oder auch bei Rhinitis, Sinusitis oder bei einer Mandelentzündung.

Ein zweiter wichtiger Heilpilz, der bei Atemwegserkrankungen von Nutzen sein kann, ist der Reishi. Er wird bereits seit Jahrhunderten in der asiatischen Medizin traditionell bei Bronchitis eingesetzt. Die so genannten Triterpene, einer der wichtigen Inhaltsstoffe des Reishi, entfalten - wie auch die Forschung gezeigt hat - eine antientzündliche Wirkung. Auch hemmen die Triterpene die Freisetzung von Histamin, was insbesondere bei allergisch bedingten Atemwegserkrankungen ausgesprochen hilfreich ist. Des weiteren enthält dieser Heilpilz organisches Germanium. Das Germanium ist in der Lage, die Fähigkeit der roten Blutkörperchen Sauerstoff zu transportieren, zu erhöhen. Anzufügen ist, dass der Reishi gemäß TCM Hitze und Schleim ausleitet.

Neben den beiden Hauptpilzen bei Atemwegeserkrankungen – dem Cordyceps und dem Reishi – haben sich bei bestimmten Atemwegsbeschwerden weitere Heilpilze bewährt.

Der Auricularia schützt der Traditionellen Chinesischen Medizin zufolge die Schleimhäute, da er eine befeuchtende Wirkung zeigt. Somit ist dieser Heilpilz insbesondere bei trockenem Reizhusten oder Sinusitis empfehlenswert.

Ein weiterer Heilpilz, nämlich der Hericium, wird interessant, wenn eine allergische Komponente bei den Atemwegserkrankungen ins Spiel kommt. So zum Beispiel bei allergischer Rhinitis oder bei allergischem Asthma. In Versuchen wurde gezeigt, dass Hericium die Darmschleimhaut regeneriert zum Beispiel bei Entzündungen und Ulzerationen. Deshalb wird er in der TCM ebenso bei allergischen wie bei entzündlichen Erkrankungen eingesetzt. Durch die Regeneration der Darmschleimhaut hat er einen positiven Einfluss auf die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut. Und dies wird wiederum als ein wichtiger Faktor für die Entstehung von allergischen Reaktionen gesehen.

Zuletzt kommen wir noch zu einem anderen interessanten Pilz: dem Coriolus. Schon im 13. Jahrhundert während der Ming Dynastie wurde der Pilz aufgrund seiner immunstimulierenden Wirkung eingenommen. Später haben Wissenschaftler die Gründe dafür entdeckt, nämlich die Inhaltsstoffe PSK (Krestin) und PSP. Beide sind in der Lage, das Immunsystem wieder in das für die Infektabwehr notwendige Gleichgewicht zu bringen. Deshalb ist der Coriolus gut geeignet, um in der Winterzeit Prophylaxe vor Atemwegsinfekten zu betreiben und sich gerade auch vor viralen Infekten zu schützen.

Geheimrezept "Hühnerbrühe" und Teezubereitungen

Allgemein unterstützend bei Atemwegserkrankungen, die mit Frieren und Kältesymptomatik zu tun haben, sind darüber hinaus Teezubereitungen, die die Niere unterstützen. Nierentee trinkt man dabei am besten in der so genannten "Nierenzeit" zwischen 17.00 und 19.00 Uhr, damit die Nierenenergie wieder fließen kann. Auch eine Hühnersuppe kann gute Dienste leisten. Amerikanische Wissenschaftler fanden heraus, dass eine frische Hühnersuppe die Aktivität der weißen Blutkörperchen, die sich vermehrt an den anschwellenden Schleimhäuten ansammeln, eindämmt. Hierfür ist der Eiweißstoff Cystein verantwortlich. Die Symptome der Erkältung wie Husten und Schnupfen gehen dadurch zurück. Auch bewirkt der Dampf der heißen Suppe, dass sich das Sekret in Hals und Nase besser verflüssigt und somit leichter abfließt. Auch Zink bereichert die Hühnersuppe und hilft dem Immunsystem bei der Abwehr von Viren und Bakterien.

Quellen

  • http://www.yearofthelung.org/
  • Ahn YJ, Park SJ, Lee SG, Shin SC, Choi DH, School of Agricultural Biotechnology, Seoul National University, Republic of Korea: "Cordycepin: selective growth inhibitor derived from liquid culture of Cordyceps militaris against Clostridium spp"; .J Agric Food Chem, Juli 2000
  • Thyagarajan A, Jedinak A., Nguyen H, Terry C, Baldridge LA, Jiang J, Sliva D, Methodist Research Institute, Indianapolis, Indiana, USA: "Triterpenes from Ganoderma Lucidum induce autophagy in colon cancer through the inhibition of p38 mitogen-activated kinase (p38 MAPK)"; Nutr Cancer. 2010
  • Tasaka K, Mio M Izushi K, Akagi M, Makino T, Department of Pharmacology, Faculty of Pharmaceutical Sciences, Okayama University, Japan: ."Anti-allergic constituents in the culture medium of Ganoderma lucidum. (II). The inhibitory effect of cyclooctasulfur on histamine release."; Agents Actions. 1988
  • Mahmood Ameen Abdullah, Suzita Noor, Kah-Hui Wong, Hapipah Mohd Ali: "Effect of culinary medicinal Lion´s Mane Mushrooms, Hericium erinaceus on Ethanol induced Gastric ulcers in Rats."; International Journal for Medicinal Mushrooms; DOI: 10. 1615/IntJMedMushr.v10. i4.40
  • Lee CL, Jiang P, Sit WH, Yang X, Wan JM. School of Biological Sciences, The University of Hong Kong: "Regulatory properties of polysaccharopeptide derived from Coriolus versicolor and its combined effect with ciclosporin on the homeostasis of human lymphocytes."; J Pharm Pharmacol. 2010
  • www.muetterberatung.de
  • Franz Schmaus: "Die Natur als Apotheke nutzen - Heilen mit Pilzen"; NK Druck und Medien 2010

Hinweis

Die beschriebenen Wirkungen beruhen auf der Einnahme von Heilpilzpulver, das aus dem ganzen Pilz hergestellt wurde. Bitte lassen Sie sich vor der Anwendung von Ihrem Therapeuten beraten.