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Auricularia

Auricularia - Judasohr
Jap.: Kikuurage, chin.: Mu Ehr
Durchblutung fördern und Thrombosen verhindern: Auricularia ist der Blutverdünner unter den medizinisch wirksamen Pilzen.
Auricularia
Auricularia dt.: Judasohr 3 -10 cm breit, muschelförmig, rotbraun, gallertartige Konsistenz, auf absterbenden Holundersträuchern, Buchen, Robinien.
Der Auricularia entwickelt einen becher-, ohren- oder muschelförmigen Fruchtkörper, der drei bis zehn Zentimeter groß werden kann; es gibt ihn in den Farben rot, olivgrau und rotbraun. Er wächst auf Holunder, Buchen, Weiden und Robinien.
Als Speisepilz mit der Bezeichnung „Mu-Ehr" oder chinesische Morchel ist er Liebhabern der chinesischen Küche gewiss ein Begriff.
Sowohl in Asien als auch in Europa weiß man seit sehr langer Zeit von den medizinischen Einsatzmöglichkeiten dieses Pilzes.
In Europa wurde er bereits im Mittelalter zur Behandlung von Krankheiten und Beschwerden, wie eitrigen Geschwulsten, Herzschmerzen, Hämorrhoiden, Bauchschmerzen, Zahnschmerzen, geschwächter Abwehrlage und psychischen Leiden eingesetzt.

Immunstabilisierung

Umfangreiche Laboruntersuchungen haben die immunstabilisierende Wirkung des Auricularia bestätigt; seine Inhaltsstoffe beeinflussen positiv die Lymphzellen, sorgen dafür dass die gefährlichen freien Radikale gefangen werden können und wirken gegen eine krankhafte Verminderung der Leukozyten (weiße Blutkörperchen).

Blutkreislauf

Als außergewöhnlich kann man die Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes durch den Auricularia bezeichnen. Er vermag die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern und die Durchblutung zu fördern; als natürliche Alternative kann der Auricularia durchaus als Blutverdünner eingesetzt werden. Gerade dem Fortschreiten von Arteriosklerose, Thrombosen und anderen Verschlüssen der Blutgefäße kann daher mit Hilfe des Auricularia vorgebeugt werden. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass er das Kollagen (das Gerüst der Gefäßwände) nicht angreift, somit ist die Gefahr von inneren Blutungen gebannt.
Auch bei der so genannten „Schaufensterkrankheit" - eine Gefäßverengung in den Beinen, die bei Belastung starke Schmerzen durch mangelnde Durchblutung hervorruft - kann der Auricularia wirksam eingesetzt werden.

Wohlbefinden

Der Auricularia besitzt Schleimhaut stärkende Eigenschaften, da er befeuchtend wirkt - günstig bei trockenem Husten, bei Verstopfungen und allgemeiner Trockenheit der Schleimhäute.
Nach starker körperlicher Tätigkeit und dem Auftreten von Muskelkater, reguliert dieser Pilz den Milchsäurehaushalt (Muskelkrampf).

Adaptogene Substanzen

Heilpilze haben vielfältige adaptogene Wirkungen; dies bedeutet, dass die Intelligenz unserer eigenen Körperzellen geweckt wird. Je nach Bedarf unseres Körpers erfolgt eine Aktivierung oder Beruhigung des Organismus, d.h. eine ausgleichende, harmonisierende Wirkung wird gefördert. So kann z.B. der Auricularia bewirken, dass die Fließfähigkeit des Blutes verbessert wird und somit Blutgerinnsel verhindert werden - gleichzeitig vermag er auch Blutungen zu stillen.
Diese adaptogenen Wirkungen können allerdings nur entfaltet werden, wenn der ganze Pilz verwendet wird. Auszüge oder Extrakte enthalten diese ausgleichende, harmonisierende Wirkung nicht.

Einsatzbereiche in der Traditionellen Chinesischen Medizin (1):

  • Eigenschaften: süß, neutral
  • wirkt auf Magen, Milz, Dickdarm, Lunge
  • entspannt, verteilt
  • stillt Blutungen (v. a. Hämorrhoiden, Uterus)
  • abführend
  • befeuchtet die Lunge
  • stützt das Magen-Yin
  • bei Yin-Schwäche = Trockenheit von Lunge, Magen und Darm
  • Verstopfung
  • trockener Husten, Rachen und Mund
  • Schmerzen in Lumbalregion und Beinen
  • übermäßige Leukorrhoe
  • Krämpfe, Taubheit und Schmerzen nach einem Unfall / Verletzungen
  • Blockaden der Gefäße

    Kontraindikationen:
  • Neigung zu Durchfällen, bei Kinderwunsch, in der Schwangerschaft und Stillzeit

Quellenangabe:

  1. Jianzhe Y., Mao X.; Icons of Medicinal Fungi from China; CRC Press; 1989

Inhaltsstoffe des Auricularia, bezogen auf 100 g Trockensubstanz:

  • Proteine 10,6 g
  • Fett 0,2 g
  • Kohlenhydrate 65 g
  • Ballaststoffe 7 g
  • Calcium 375 mg
  • Phosphor 201 mg
  • Eisen 185 mg
  • Karotin 0,03 mg

Quellenangabe:

- Hobbs, C.: "Medicinal Mushrooms", Botanica Press, 1995