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Shiitake

Der König unter den medizinisch wirkenden Pilzen.
Shiitake
Lentinula edodes jap.: Shiitake hell- bis dunkelbrauner Hut von 5-12 cm Durchmesser, auf abgestorbenem Holz von Eichen, Buchen, Kastanien, vorzüglicher Speisepilz.
Beim Griff in die Pilztheke fällt uns seit einiger Zeit ein dem Champignon ähnlicher Pilz mit einem japanischen Namen auf: Shiitake. Mittlerweile ist er der weltweit am zweithäufigsten gegessene Pilz. Neben seiner Eigenschaft als Delikatesse, erfährt Shiitake auch zunehmende Bedeutung bei der Therapie von Krankheiten. In der Mykotherapie (Pilzheilkunde) wird er hauptsächlich zur Behandlung von Durchblutungsstörungen und als Immunstabilisator eingesetzt.
In Asien wird Shiitake aufgrund seiner wichtigen Inhaltstoffe schon lange als König unter den Pilzen betrachtet. So verwundert es nicht, dass sein Wirkstoff Lentinan in Japan bereits als Medikament für die Behandlung von Magenkrebs zugelassen ist. Hierzulande wird sein Einsatz als medizinisch wirksamer Pilz dadurch gewährleistet, dass er zunächst auf abgestorbenem Holz angebaut und getrocknet wird und später pulverisiert in Kapseln als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich ist.

Intakte Blutgefäße

Durch die Eigenschaft des Pilzes, das Bindegewebe zu festigen, werden Gefäßschäden verhindert, die zu Arteriosklerose führen können. Dieser Effekt wird noch verstärkt, indem Shiitake die Blutfettwerte günstig beeinflusst: Er senkt den Gesamtcholesterinspiegel und hebt den für den Körper positiven HDL-Cholesterinwert an. Ablagerungen in den Arterien werden verhindert. Dadurch beugt Shiitake Arteriosklerose vor und verhindert ihr Fortschreiten - als Vorraussetzung für eine intakte Durchblutung. Neben der Gewährleistung einer intakten Durchblutung können mit Shiitake aber auch Folgen einer gestörten Durchblutung therapiert werden. Dies ist der Grund, warum der Pilz bei Migräne und Tinnitus so erfolgreich eingesetzt wird.

Gestärktes Immunsystem

Shiitake wird dort verwendet, wo eine geschwächte Immunfunktion Krankheiten auslöst oder verstärkt. Dazu zählen z.B. verschiedene Krebsarten, AIDS, Allergien, Dermatitis, Bronchialentzündungen, Pilzinfektionen oder Gelenkentzündungen. Nachgewiesen wurde auch seine Wirksamkeit gegen Grippeviren, so dass er vorbeugend gegen Erkältung eingesetzt werden kann.

Nährstoffreiches Kraftpaket

Shiitake liefert die wertvolle Vitamin-B-Kombination B1, B2 und B3. Jede Körperzelle braucht Vitamin B2, um Energie zu gewinnen. Die Nerven benötigen Vitamin B2 für die Konzentration. Mit seinem hohen Gehalt an Kalzium, Kalium und den Spurelementen Zink, Eisen und Phosphor ist der Pilz ein wahres Kraftpaket für Knochen, Muskeln und Nerven. Sein Gehalt an Vitamin D, das zum Knochenaufbau benötigt wird und vor allem in Fleisch enthalten ist, macht ihn zur wertvollen Alternative für Vegetarier.

Heilpilz Shiitake - Zusammenstellung der durch Studien nachgewiesenen Wirkung:

  • durch Veränderung des Phospholipidstoffwechsels in der Leber kommt es zur Senkung des Cholesterinspiegels (1)
  • der Inhaltsstoff Tyrosinase senkt den Blutdruck (2)

Einsatzbereiche in der traditionellen chinesischen Medizin:

  • süß, neutral
  • Milz, Magen (bei Leere, nicht bei Blockaden)
  • Stärkung von Mitte und Qi
  • Exanthemen zum Durchbruch verhelfend
  • Appetit- und Kraftlosigkeit
  • häufiges Wasserlassen
  • Rachitis
  • Magen- und Gebärmutterkarzinom
  • Hyperlipämie

Kontraindikation:

  • Kälte

Quellenangaben:

  1. Sugiyama K., Akachi T., Yamakawa A.; Hypocholesterolemic action of eritadenine is mediated by a modification of hepatic phospholipid metabolism in rats; The Journal of Nutrition, Vol. 125 (8); 2134-44
  2. Jianzhe Y., Mao X.; Icons of Medicinal Fungi from China; CRC Press; 1989

Inhaltsstoffe des Shiitake; bezogen auf 100g getrocknete Pilze:

  • Kalorien 356
  • Proteine 32,93 g
  • Fette 3,73 g
  • mehrfach ungesättigte Fette 1,30 g
  • ungesättigte Fette (gesamt) 1,36 g
  • gesättigte Fette 0,22 g
  • Kohlenhydrate 47,60 g
  • komplexe Kohlenhydrate 31,80 g
  • Zucker 15,80 g
  • Ballaststoffe 28,90 g
  • Cholesterin: 0 mg
  • Vitamin A: 0 IU
  • Thiamin (B1): 0,25 mg
  • Riboflavin (B2): 2,30 mg
  • Niacin (B3): 20,40 mg
  • Pantothensäure (B5): 11,60 mg
  • Vitamin C: 0 mg
  • Vitamin D: 110 IU
  • Calcium: 23 mg
  • Kupfer: 1,23 mg
  • Eisen: 5,5 mg
  • Kalium: 2700 mg
  • Selen: 0,076 mg
  • Natrium: 18 mg

Quellenangaben:

  • Stamets, P.: „MycoMedicinals: An Informational Treatise on Mushrooms", Myco Media, 2002
  • Stamets, P.: "Mycelium Running", Ten Speed Press, 2005
  • Hobbs, C.: "Medicinal Mushrooms", Botanica Press, 1995