Bluthochdruck: Die schleichende Gefahr für die Gefäße

von MykoTroph Team

Bluthochdruck: Die schleichende Gefahr für die Gefäße

Behandlungsmöglichkeiten mit Heilpilzen

Bluthochdruck ist der Risikofaktor Nr. 1 für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall, aber unter anderem auch für Niereninsuffizienz und gehört nach wie vor zu den am weitesten verbreiteten Volkskrankheiten. Rund die Hälfte aller Todesfälle in Deutschland ist auf Folgen, die aus einem zu hohen Blutdruck resultieren, zurückzuführen. Laut Daten des Robert Koch-Instituts in Berlin liegen die Blutdruckwerte jedes zweiten Erwachsenen im Alter zwischen 35 und 64 Jahren an der Grenze zur Behandlungsbedürftigkeit.

Da mehrere Mechanismen an der Regulation des Blutdrucks beteiligt sind, ist dieser auch sehr störanfällig. Ursachen für erhöhten Blutdruck können in falscher Ernährung, Stress oder Hormonstörungen begründet, aber auch erblich bedingt sein. Häufig sind sie aber unbekannt. Doch bereits in der Antike wussten sich die Menschen schon zu helfen, indem sie unter anderem bei dieser Störung Heilpilze anwendeten. Je nach Ausprägung und Verlauf haben sich verschiedene Arten therapiebegleitend bewährt. 

Konstant erhöhter systolischer Druck

Überschreitet der systolische Blutdruck über einen längeren Zeitraum Werte von 140 mmHG, spricht man von Hypertonie.

Basispilze

Neuesten Erkenntnissen zu Folge spielen oxidierte Fette eine große Rolle, denn bei deren Beseitigung durch die körpereigenen Abwehrzellen können entzündliche Prozesse und damit Gefäßveränderungen ausgelöst werden.

Zur Grundbehandlung werden hauptsächlich die Heilpilze Reishi und Auricularia eingesetzt. Reishi, auch "Glänzender Lackporling" genannt, wirkt durch seine Triterpene entzündungshemmend und cholesterinsenkend. Dank dieser Triterpene wird nämlich das Enzym HMGCoA-Reduktase blockiert, welches eine Schlüsselposition bei der Cholesterinbiosynthese innehat. Dadurch wird die körpereigene Cholesterol-Synthese unterdrückt und die enterale Aufnahme des Cholesterins reduziert.

Weiterhin wird der Heilpilz Auricularia empfohlen, um die Thrombosegefahr bei Plaquebildung zu reduzieren. Seine Inhaltstoffe, hauptsächlich das Adenosin, verbessern die Fließfähigkeit des Blutes und wirken der Thrombozytenaggregation entgegen. Studien zufolge sind sie auch an der Senkung des Gesamtcholesterin- und des Triglyzeridspiegels beteiligt.

Zusätzlich müssen folgende Parameter berücksichtigt werden:

1.         der HDL-Wert des Cholesterins ist zu niedrig (<60 mg/dl)

2.         die Triglyzeride sind zu hoch (>150)

3.         der Homozysteinwert ist zu hoch (>10)

4.         Dauerstress

Die Bedeutung des HDL-Cholesterins

HDL-Partikel haben durch Cholesterinrücktransport einen günstigen Effekt auf das Körpersystem. Durch das HDL kann sogar Cholesterin, das bereits in Makrophagen oder Zellen der Blutgefäße abgelagert ist, zur Leber zurücktransportiert werden. Ist aber der HDL-Wert zu niedrig, kann das entweder durch die Nahrung aufgenommene, durch die Leber synthetisierte oder von den Zellen abgestoßene lebensnotwendige Cholesterin nicht in erforderlichem Ausmaß zur Leber transportiert werden. Die Folge sind Gefäßablagerungen und Plaques. Die Gefäße verengen sich und der Blutdruck steigt. Sinkt also der HDL Wert unter 60 mg/dl, besteht die Gefahr einer Arteriosklerose.

Hier spielt der Heilpilz Shiitake eine wichtige Rolle. Seine Inhaltsstoffe reduzieren das Gesamtcholesterin und erhöhen das HDL-Cholesterin. Liegen die HDL-Werte nämlich über 60 mg/dl, kann sogar Cholesterin, das bereits in Makrophagen oder Zellen der Blutgefäße abgelagert ist, zur Leber zurücktransportiert und ebenso können Plaques abgebaut werden.

Es kann zu einer Regulierung des Blutdrucks kommen. Indirekt wird so auch eine vorbeugende Wirkung auf kardiovaskuläre Erkrankungen ausgeübt.

Zu hohe Triglyzeridwerte

Zu den Fettstoffwechselstörungen gehört neben einem zu niedrigen HDL-Cholesterin-Spiegel auch eine Hypertriglyzeridämie. Ein zu hoher Triglyzeridspiegel ist häufig Folge von zu vielen leichtverdaulichen Kohlenhydraten oder einem hohen Alkoholkonsum. Die Folgen hieraus sind Übergewicht und Diabetes mellitus. Ist die Bauchspeicheldrüse durch falsche Ernährungsgewohnheiten - speziell bei zu hoher Kohlenhydratzufuhr - stark strapaziert, kündigt sich eine Glukoseverwertungsstörung an. Der Blutzuckerspiegel kann dabei noch im Normbereich liegen, aber bereits in dieser Phase kann es zu Störungen im Fettstoffwechsel, zu Übergewicht und Bluthochdruck kommen.

Sind die Glykogenspeicher der Leber und der Muskulatur gefüllt, werden die Überschüsse in Fett umgewandelt und in den Fettdepots gespeichert. Lipide führen auch zu Ablagerungen an den Gefäßwänden. Die kritische Grenze zu erhöhten Triglyzeridwerten liegt bei > 150 mg/dl.

Der Maitake bewirkt durch seine Inhaltsstoffe eine Senkung erhöhter Triglyzeridwerte und ebenso einen verbesserten Fettstoffwechsel, indem er eine Lipidakkumulation in der Leber und eine Erhöhung der Blutfettwerte verhindert. Plaques werden auch wieder leichter abgebaut.

Oft verkannt: Der Homozysteinwert

Bei zu hohen Homozysteinwerten wird der Heilpilz Pleurotus empfohlen. Er enthält die wichtigen Inhaltsstoffe Vitamin B12 und Folsäure zur Remetylierung von Homozystein sowie Vitamin B6, das die Umwandlung von Homozystein zur Aminosäure Zystein unterstützt. Aufgrund der Eigenschaft des Homozysteins, die Bildung des gefäßerweiternden Stickoxids (NO) herabzusetzen, wird zusätzlich die Gabe von OPC empfohlen, da es die Blutgefäße und die Kapillaren schützt und die Entzündungsneigung herabsetzt.

Zusammenhang von Stress und Bluthochdruck

Das limbische System ist der Hirnteil, in dem unsere Emotionen beherbergt sind. Es steuert gleichzeitig auch wesentliche Körpervorgänge und zwar ohne dass unser Bewusstsein darüber eine direkte Kontrolle ausüben kann. Und genau deshalb können chronische Überbelastungen, aber auch seelische Erkrankungen wie zum Beispiel Depressionen, uns körperlich krank machen. Bei chronischem Stress verschlechtert sich gleichzeitig auch die Regelung wichtiger Körperfunktionen. Beispielsweise steigt durch die vermehrte Freisetzung der Stresshormone (Kortikosteride) der Blutdruck. Emotionen und Körperfunktionen sind untrennbar miteinander verbunden.

Moderate tagesübliche Schwankungen des Blutdrucks sind normal. Schwankt der Blutdruck aber über längere Zeit hinweg stark oder hat er sich gar schon dauerhaft auf erhöhtem Niveau manifestiert, ist es Zeit für den Reishi. Er besitzt eine ausgleichende Wirkung auf das Nervensystem. Außerdem bewirkt er eine höhere Sauerstoffsättigung des Blutes, die positive Auswirkungen auf die Herztätigkeit hat. Der Heilpilz wird zusammen mit dem Auricularia eingesetzt, der die Fließeigenschaften des Blutes verbessert.

Kommen Beschwerden im Magenbereich hinzu, wird zusätzlich der Hericium empfohlen. Er zeigt auch hilfreiche Wirkung bei einem vegetativ bedingten Bluthochdruck, denn seine Inhaltsstoffe regen die Produktion von Nervenwachstumsfaktoren an und können so zur Verminderung von innerer Unruhe beitragen. Wegen seiner regulativen Eigenschaften ist bei schwankendem Bluthochdruck zusätzlich auch die Einnahme des Cordyceps sinnvoll, der auch bei einer oft zusätzlich vorkommenden Erhöhung des unteren Blutdruckwertes eingesetzt wird.

Erhöhter diastolischer Druck

Hormone aus der Nebenniere bestimmen die Menge an Natrium, Kalium und Flüssigkeit, die über die Nieren ausgeschieden wird. Das wiederum nimmt Einfluss auf das Blutvolumen. Ödeme und Lymphstauungen trifft man häufig bei erhöhten unteren Werten an. Das Herz lässt sich hierbei durch den Polyporus, der die Ausschwemmung von Wasser und Salz anregt und so die Blutmenge vermindert, entlasten. Im Gegensatz zu fast allen gängigen Diuretika schwemmt er dabei das wertvolle Kalium nicht mit aus.

Geht die Erhöhung der Diastole mit einer allgemeinen Erschöpfung einher, hat sich die Gabe von Cordyceps als sehr sinnvoll erwiesen. Er zeigt auch positiven Einfluss auf die Regulation der Nebennierenrinde und deren Hormonproduktion.

Wirkung der Heilpilze auf den Blutdruck

In den Pilzen enthaltene Betaglukane haben immunmodulierende Eigenschaften und erhöhen die Produktion von Stickstoffmonoxid (NO). Dieser Botenstoff ist ein starker Vasodilatator, der zur Regulation der Gefäße im kardiovaskulären System beiträgt. Bei Entzündungsprozessen verhindert NO die Monozytenadhäsion und -infiltration und wirkt so den arteriosklerotischen Plaques entgegen. In seiner Funktion als Thrombozytenaggregationshemmer verbessert es die Fließeigenschaft des Blutes. Außerdem wirkt NO antioxidativ.

Heilpilze enthalten auch Triterpene. Diese wirken entzündungshemmend, indem sie die verstärkte Freisetzung von Histamin im Körper unterdrücken und so der Entstehung von Arteriosklerose vorbeugen. Die zyklischen Kohlenwasserstoffe, zu denen hochaktive Ganodermiksäuren, Ganolucidsäuren und Lucidemiksäuren gehören, senken den Bluthochdruck, hemmen die Cholesterinsynthese und wirken so der Thrombozytenaggregation entgegen.

Verschiedene Pilze wie zum Beispiel der Reishi und der Auricularia enthalten Adenosin (2‘-Deoxyadenosine) oder ein Analogon, zum Beispiel das im Cordyceps enthaltene Cordycepin (3‘-Deoxyadenosine). Adenosin besteht aus der Base Adenin und dem Zucker Ribose (RNA) bzw. 2‘-Desoxyribose (DNA). Es ist das bei weitem wichtigste Nukleosid, denn es kommt in den Polynukleotiden DNA und RNA vor und bildet als freies Triphosphat (ATP) den universellen Energieträger der Zelle. Adenosin zeigt vielfältige Wirkungen auf das Herz und die Blutgefäße: So besitzt es antithrombotische und antiarrhythmische Eigenschaften und blockiert die Ausschüttung der aktivierenden Neurotransmitter Dopamin, Acetylcholin oder Noradrenalin. Über seine vasodilatatorische Wirkung wird eine Blutdrucksenkung erreicht, die die Koronardurchblutung verbessert und den peripheren Widerstand vermindert.

Das im Shiitake enthaltene Adeninderivat Eritadenin (= Lentinacin) fördert HDLCholesterin,

senkt das Serumcholesterin und wirkt so der Arteriosklerose entgegen. Die Vitalstoffe Kalium, Magnesium und Folsäure sind ebenfalls wichtig für einen stabilen Gefäßtonus und in allen vorgestellten Heilpilzen in ausreichendem Maß vorhanden. Dies ist insbesondere wichtig, da ein hoher Spiegel an Folsäure und Vitaminen der B-Gruppe in Kombination mit einem niedrigen Homozysteinwert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduziert.

Ein weiterer Faktor, der sich positiv auf den Blutdruck auswirkt, ist das in den Pilzen Maitake und Cordyceps enthaltene Ergosterin, eine Vorstufe des Vitamin D2. Bekannt ist die Wirkung von Vitamin D auf Knochen und Zähne. Es ist aber auch an der neuro-muskulären Übertragung von Nervenimpulsen mitbeteiligt und wirkt in unserem Abwehrsystem als Immunmodulator. Es hemmt die IgEProduktion aktivierter B-Lymphozyten spezifisch und anhaltend und verhindert die Bildung von Renin und damit auch von Angiotensin: Das wirkt blutdrucksenkend.

Fazit

Wundermittel, die binnen kürzester Zeit den Blutdruck senken, gibt es natürlich nicht. Zur natürlichen Regulation des Blutdrucks ist die Einnahme der Heilpilze in Form eines aus dem gesamten Pilz gewonnenen Pulvers über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten hinweg wichtig. Die Pilze zeigen im Gegensatz zu ACE-Hemmern, Betablockern oder Kalziumantagonisten kaum Nebenwirkungen und werden zur Vorbeugung und bei leichteren Formen von Hypertonie empfohlen. Bei schwerer Hypertonie führen sie zu einer Reduzierung der blutdrucksenkenden Medikamente.

Quellen:

  • Prof. Dr. med. Ivo Bianchi: „Moderne Mykotherapie“; Hinckel Druck, 2008
  • Prof. Dr. med. Erwin König: „Bluthochdruck 1, Warnsignale, Gefahren und Behandlung“; Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co, Baierbrunn, 1992
  • Eric Steinert: „Heilpilze: Shiitake; Inhaltsstoffe, Rezepte, Anwendungen“; Selbstverlag, München, 2002
  • Talpur NA, Echard BW, Fan AY, Jaffari O, Bagchi D, Preuss HG: „Antihypertensive and metabolic effects of whole Maitake mushroom powder and its fractions in two rat strains“; Mol Cell Biochem 2002 Aug; 237 (1-2):129-36
  • Agarwal KC, Russo FX, Parks RE Jr. : „Inhibition of human and rat platelet aggregation by extracts of Moer (Auricularia auricula)“; Thromb Haemost 1982 Oct 29; 48(2):162-5
  • P. Bobek, Galbavý: „Hypocholesterolemic and antiatherogenic effect of oyster mushroom (Pleurotus ostreatus) in rabbits“; Phytother Res 2004 Dec, 18 (12): 1024-6
  • Byung-Keun Yang, Ji-Young Ha, Sang-Chul Jeong, et al : „Hypolipidemic effect of an exo-biopolymer produced from submerged mycelial culture of Auricularia polytricha in rats“; Bi Nahrung 1999 Oct; 43(5):339-42
  • http://www charite de/forschungsberichte/FOB_2006-2007/deutsch/PJ/PJ20068 html

Hinweis:

Die beschriebenen Wirkungen beruhen auf der Einnahme von Heilpilzpulver, das aus dem ganzen Pilz hergestellt wurde. Bitte lassen Sie sich vor der Anwendung von Ihrem Therapeuten beraten.

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