Pollenallergie und Heuschnupfen

Heilpilze haben sich in der Prävention und Therapie bewährt

Als Allergie wird eine überschießende Abwehrreaktion des Immunsystems auf normalerweise harmlose Umweltstoffe bezeichnet. Sie äußert sich in typischen Symptomen, die oft mit entzündlichen Prozessen einhergehen. "Pollenallergie" oder "Heuschnupfen" ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die saisonale allergische Rhinitis. Bei dieser reagiert der Körper auf die Eiweiße von Pflanzenpollen. Sie ist in Deutschland die am häufigsten auftretende Allergieart.

 

Anzahl der Betroffenen hoch und steigend

Allein in Deutschland leiden Statistiken zufolge mittlerweile zwischen 12 und 16 Millionen Menschen an einer Pollenallergie. Experten der allergologischen Fachgesellschaften nehmen an, dass die Zahlen zukünftig sogar noch weiter in Höhe klettern werden. So könne bis 2050 bereits jeder Zweite betroffen sein.

Als Ursachen für den Anstieg nennen sie unter anderem die weltweit steigenden Temperaturen. Diese führen zu einer deutlich verlängerten Pollensaison. Auch die durch den höheren CO2-Gehalt in der Luft vermehrte Pollenfreisetzung sei ein Grund. Zudem könne die Luftverschmutzung mit Feinstaub und die Ozonbelastung dazu führen, dass die Polleneiweiße stärkere Reaktionen auslösen.

Generell sind sich die Experten einig, dass der westliche Lebensstil – sowohl bei der Pollenallergie als auch bei allen anderen – ein wesentlicher ursächlicher Faktor ist.

Vielfältige Symptome

Die Symptome der Pollenallergie sind zahlreich. Im Vordergrund stehen gerötete, juckende und tränende Augen, Kribbeln und Kratzen in Nase und Rachen. Die Betroffenen leiden darüber hinaus unter angeschwollenen Schleim- und entzündeten Bindehäuten, verstopfter Nase und Fließschnupfen bis hin zu Bronchialasthma. Ebenso können Symptome wie Lichtempfindlichkeit, Kopfschmerzen, Erschöpfung, Müdigkeit oder Schlaflosigkeit auftreten.

Die Bandbreite als auch die Intensität der Symptome variiert von Patient zu Patient. Bei vielen der Betroffenen sind die Beschwerden so massiv, dass ihre Lebensqualität deutlich eingeschränkt ist. Der Griff zu chemischen Mitteln scheint dann oft unausweichlich.

Eine Alternative dazu sind natürliche, an der Ursache ansetzende Verfahren wie die Pilzheilkunde (Mykotherapie). Diese verwendet medizinisch wirksame Pilze – auch als Heilpilze bekannt. Die Erfahrung aus der naturheilkundlichen Praxis zeigt, dass Heilpilze die Symptome lindern und mittelfristig dafür sorgen können, dass sie sogar ganz ausbleiben.

Mykotherapie – Die Wirkung einzelner Heilpilze bei allergischen Erkrankungen

In der TCM ist der Einsatz medizinisch wirksamer Pilze seit Jahrhunderten fest verankert. Die Mykotherapie (Pilzheilkunde) bietet die Möglichkeit, das bei Allergien dysbalancierte Immunsystem wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Zudem können die in den Pilzen enthaltenen Bioaktivstoffe für eine Erhaltung der Leistungsfähigkeit und Widerstandskraft des Körpers in Stresssituationen sorgen. Übermäßige Immunreaktionen können verhindert und ein geschwächtes Abwehrsystem kann angeregt werden. Medizinisch wirksame Pilze besitzen also einen regulativen Charakter.

Medizinisch wirksame Pilze entgiften und sind besonders wirksam gegen freie Radikale

Heilpilze regen unsere Ausscheidungsorgane an, den Körper zu entgiften. Somit helfen sie dabei das Immunsystem von irritierenden Belastungen zu befreien. Sie verfügen zudem über sehr viele antioxidativ wirkende Enzyme. Das ist sehr wertvoll, da es bei allergisch ausgelösten Entzündungen zu einem massiven Anstieg freier Radikale kommt. Heilpilze enthalten zudem Triterpene, die eine starke antientzündliche Wirkung entfalten.

Pilzpulver vom ganzen Pilz statt Extrakte

Die beschriebenen Wirkungen der Heilpilze sind besonders bei Pilzpulver das aus dem ganzen Pilz (Mycel + Fruchtkörper) hergestellt wurde zu beobachten. Pilzpulverextrakte dagegen enthalten eine weniger große Bandbreite von Inhaltsstoffen.

Reishi – Einer der wichtigsten Basispilze bei allen Allergien

ReishiDie antiallergische und antientzündliche Wirkung des Heilpilzes Reishi basiert hauptsächlich auf den Triterpenen. Diese sind vor allem im Fruchtkörper und den Sporen enthalten. Sie können – wie die Erfahrung aus der naturheilkundlichen Praxis zeigt – die Histaminausschüttung im Körper drastisch reduzieren. Und gerade das Histamin ist an der Entstehung allergischer Symptome maßgeblich beteiligt.

Reishi hat der TCM zufolge einen sehr starken Leberbezug. Das heißt er unterstützt dieses wichtige Organ in seiner gesamten Funktion. Dies ist unter anderem für die Entgiftung des Körpers wichtig. Laut TCM sind die Augen ebenfalls dem Funktionskreis der Leber zugeordnet. Daher trägt der Reishi bei Allergien auch zur Reduktion von Symptomen im Bereich der Augen bei. Außerdem stärkt er die Bronchien und verbessert die Sauerstoffversorgung des Körpers. Dies hat sich bei allergischem und chronischem Asthma als besonders hilfreich erwiesen. Weiterhin reguliert Reishi das Immunsystem und besitzt eine ausgleichende Wirkung bei innerer Unruhe.

Hericium

Hericium – Zweiter Basispilz bei Allergien

Der Heilpilz Hericium ist besonders interessant bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten und dem Leaky Gut Syndrom, einer Störung der Schleimhautbarriere im Darm. Der Heilpilz fördert den gesunden Aufbau der Magen- und Darmschleimhaut. Hierdurch kann die Durchlässigkeit der Darmwand für Allergene gesenkt werden. Das Sensibilisierungsrisiko für Allergien ist dann geringer. Hericium schützt auch das Nervensystem und lindert Stresssymptome. Gerade etwa in der Behandlung der Neurodermitis ist das von besonderem Vorteil.

Weitere interessante medizinisch wirksame Pilze in der Allergietherapie

PleurotusDer Heilpilz Pleurotus unterstützt den Hericium in seiner positiven Wirkung auf das Darmmilieu. Er entfaltet eine probiotische Wirkung, das heißt er trägt zum Aufbau einer gesunden Darmflora bei. In Studien konnte nachgewiesen werden, dass der Pleurotus die Ansiedelung der physiologischen Milchsäure- und Bifidobakterien unterstützt. Über diese Bakterien wird das darmassoziierte Immunsystem trainiert und überschießenden Immunreaktionen entgegengewirkt.

Die physiologische Darmflora verdrängt auch histaminproduzierende Keime im Darm, die sich insbesondere nach Antibiotikagabe vermehrt ausbreiten können. Auch unterstützt der Pleurotus die Resorption von B-Vitaminen im Darm. Besonders Vitamin B6 ist essentiell für den Abbau von Histamin im Körper, da es als Co-Faktor für das histaminabbauende Enzym Diaminooxidase fungiert.

Der Heilpilz Polyporus zeichnet sich durch einen starken Bezug zum Lymphsystem aus und trägt zur Verbesserung der Lymphzirkulation bei. Das Lymphsystem unterstützt maßgeblich die Leber und die Nieren bei der Entgiftung und Ausleitung von Schlacken aus unserem Körper. Nach der Traditionellen Chinesischen Medizin und der sogenannten 5-Elemente-Lehre sind Nieren und Lymphsystem dem Element Wasser und der Zeit des Winters zugeordnet.

Daher ist im Winter auch die Behandlung der sogenannten allergischen Diathese so erfolgreich. In dieser Zeit erreicht man eine besonders tiefgreifende Reinigung der Lymphe und der Lymphknoten und zu dieser Zeit reagiert das Nieren-Blasensystem überaus ansprechend auf Entgiftungsmaßnahmen. Der Polyporus reduziert zudem auch die Schleimbildung beim allergischen Schnupfen und trägt – wie alle Heilpilze – zur Regulierung des Immunsystems bei.

Der Cordyceps hilft dem Körper ebenfalls bei der Entgiftung und zwar über die Niere. Er regt diese an und fördert damit die Ausscheidung harnpflichtiger Substanzen. Ebenso stärkt er den gesamten Funktionskreis Niere, zu dem auch die hormonproduzierenden Nebennieren gehören. Das ist auch bei Allergien von großer Bedeutung. Schließlich kann insbesondere bei Disstress die Funktion der Nebennieren hinsichtlich ihrer Cortisolausschüttung beeinträchtigt sein. Dies kann einen TH2-Shift – und damit ein erhöhtes Allergierisiko – begünstigen.

Der Cordyceps ist zudem eine gute Unterstützung zum Ausgleich der Psyche und des hormonellen Systems. Er zeigt eine lungenstärkende Wirkung und forciert die Abatmung des CO2 aus der Lunge. Zusammen mit dem Reishi kann er deshalb sehr gut bei allergischem Asthma eingesetzt werden.

Der Agaricus blazei murrill (ABM) ist ein bedeutender Pilz zur Regulierung des überschießenden Immunsystems. Er besitzt die höchste Konzentration aller Heilpilze an ß-Glukanen. Ein weiterer wichtiger Aspekt bei Allergien ist seine milzstärkende Wirkung. Das ist von großer Bedeutung, denn der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zufolge ist ein schwaches Abwehr- bzw. Lungen-Chi für die allergischen Symptome verantwortlich. Einem erworbenen Lungen-Chi-Mangel liegt aber meist ein Milz-Chi-Mangel zugrunde und die Milz ist das zentrale Organ der Bildung von Chi überhaupt. Mit Hilfe des ABM kann das Milz-Chi aufgebaut und so allergischen Symptomen entgegengewirkt werden.

Last but not least: Der Heilpilz Maitake enthält ein antiallergisch wirkendes ß-Glukan, das Grifon D. Dieses Polysaccharid entfaltet eine dämpfende Wirkung auf eine zu starke TH2- Immunantwort. Studien konnten zeigten, dass die allergische Reaktionskaskade dadurch abgeschwächt wird: vermittelt über die Interleukine 4, 6 und 10, welche vor allem durch TH2-Zellen ausgeschüttet werden. Außerdem ist der Maitake durch seine stopfende Wirkung vorteilhaft bei Durchfällen, die durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten verursacht werden.

Therapiebeginn im Winter

Optimal für einen Therapiebeginn mit Heilpilzen ist die symptomfreie Zeit, also der Winter. Hier kann am besten einem Wiederauftreten der Pollenallergie entgegenwirkt werden. Darüber hinaus können aber auch akute Symptome mit medizinisch wirksamen Pilzen sehr effektiv gelindert werden.

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