Traditionelle Chinesische Medizin

In Europa ist die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) etwa seit Mitte des 20. Jahrhunderts bekannt. Die verschiedenen Heilverfahren der TCM beruhen jedoch auf jahrtausendealten Erfahrungen und Prinzipien. Ihren Ursprung hat die TCM schon in der Steinzeit, in der bereits unterschiedliche Naturheilverfahren und auch die Akupunktur angewendet wurden. Die Fünf-Elemente-Lehre (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser) wurzelt in den Lehren des Konfuzius. Die größte Rolle in der TCM spielt die Arzneimitteltherapie mit etwa 80 Prozent der Anwendungen. Grundlage der Arzneimitteltherapie nach TCM sind Naturstoffe mit bestimmten Eigenschaften.

Zu den hochwertigsten und wirksamsten Arzneimittelgruppen der Traditionellen Chinesischen Medizin gehören die Heilpilze. Bereits in der Einteilung des ca. 2.000 Jahre alten chinesischen Arzneimittelbuchs "Shen Long Ben Tsao" werden alle zu dieser Zeit bekannten Kräuter klassifiziert und in Gruppen eingeteilt. Zur hochwertigsten Gruppe – auch als "Kräuter Gottes" bezeichnet – gehören Ginseng und der Pilz Reishi. Dabei wird der Reishi innerhalb dieser Gruppe als "König der Heilpflanzen" vor allen anderen Pflanzen an die oberste Stelle gesetzt.

Der Reishi, der in der freien Natur äußerst selten vorkommt und bis ca. 1970 auch nicht kultiviert werden konnte, wurde als so wertvoll eingeschätzt, dass chinesische Kaiser sogar Expeditionen auf die Suche nach ihm aussandten und Tempel für ihn erbauten. Sie hofften, dass die Zauberer in den chinesischen Bergen aus Dank für den Bau der Tempel die kostbaren Pilze dort hinterlegen würden. Dem Reishi wird übrigens auch nachgesagt, er verlängere das Leben oder sorge gar für Unsterblichkeit. Daher trägt er auch den Namen "Pilz des ewigen Lebens".

Mittlerweile ist die TCM – natürlich mit etwas weniger dramatischen Aussagen  – auch im Westen als Heilverfahren anerkannt. Insbe­sondere in der Mykotherapie (Pilzheilkunde) wurde mittels vieler internationaler Studien ihre Wirksamkeit in der Gesundheitsvorsorge und bei vielen Krankheiten und Leiden nachgewiesen.

Der Ötzi-Fund

Nicht zuletzt der spektakuläre Ötzi-Fund belegt, dass die Heilpilze auch in Europa schon in früheren Zeiten hoch geschätzt waren. Denn schließlich hatte "Ötzi" schon vor 5.200 Jahren einen Verwandten des Coriolus versicolor (dt. Schmetterlingstramete) in seiner Reise­apo­theke. Dieser seit Generationen in Ostasien verwendete Heilpilz unterstützt z. B. das Abwehrsystem im Kampf gegen Viren.

Somit könnte man die Traditionelle Chinesische Medizin mit Fug und Recht auch als universelle Naturmedizin bezeichnen.